Die Fred Lauff Story
27 Jahre " Radio Libre " in Lothringen
erzählt und aufgeschrieben von Claude Assmussen im Juni 2009

Da gab es einen Funkamateur im Ort ! Otto, DL8FU, dieser war der Störenfried; er lachte
als er den kleinen Knirps mit seinem Funkgerät sah, und lud ihn in seine Funkbude ein;
was er dort sah und hörte verschlug Fred Sonntag für Sonntag den Atem; hier wurden
Verbindungen mit der ganzen Welt aufgebaut; in Telegrafie oder in einem auf wenige
wichtige Wörter reduzierten englisch; optisch schön gestaltete sogenannte QSL Karten,
die die Funkverbindungen bestätigten, hingen überall an den Wänden. Von nun an war
Fred nicht mehr zu bremsen, er wollte auch Funkamateur werden; Otto unterstützte ihn
mit all seinen Möglichkeiten; überließ ihm einen selbstgebauten Empfänger (0V1) mit dem
er die Sonntagsrunden der etablierten Funkamateure abhören konnte; ebenso jede
Menge Unterlagen über die technischen und gesetzlichen Vorschriften, die zur Erlangung
der Lizenz notwendig waren. Er führte Fred in die Gemeinschaft der Funkamateure in
Saarbrücken ein (Tempel) und bei dem damaligen Oberfunkmeister der saarländischen
Polizei (Steiger) Fritz Schuck(DL8CP), lernte er das Morsealphabet mit Geschwindigkeiten
bis 200 BpM zu geben und zu hören. Der offiziellen Prüfung stand bald nichts mehr im
Wege, und so wurde Fred schon mit 17 Jahren der damals jüngste Funkamateur
Deutschlands. Ab diesem Zeitpunkt standen alle Türen für Experimente mit Sendern und
Empfängern offen; sein Rufzeichen DJ2LG oder F0TA ,wenn er in Frankreich weilte, war
bald auf allen Frequenzen von der kurzen Welle bis in den UKW Bereich zu hören.
Mit 18 Jahren wurde Fred, wie damals alle seines Jahrgangs, zur Bundeswehr berufen;
schon in den Vorgesprächen war klar, das Fred nur zu den Funkern, egal welcher
Gattung, gehen wollte. Die Vorkenntnisse waren enorm, und so verpflichtete sich Fred
nach der Grundausbildung für mehrere Jahre. Hier war absolut professionelles Material im
Einsatz und die Zeit verging wie im Fluge. Zwischenzeitlich hatte unser Fred auch eine
Familie gegründet und für Nachwuchs gesorgt. Seine Frau ist Französin und sein
Nachwuchs hat die doppelte Staatsangehörigkeit.
Nach der schönen Bundeswehrzeit wollte Fred's Frau mit aller Gewalt wieder in ihre alte
Heimat zurück. Also verließ er den sicheren Hort Bundeswehr und ging auf Arbeitssuche
in der Heimat. Hier fand er wieder einen Job als Außendienstmitarbeiter einer großen
Mobilfunkfirma (Storno); Handy's gab es damals noch nicht ! Er plante und projektierte
große und kleine Funkanlagen, saß mit Dipl. Ingenieuren und Professoren an einem Tisch
um funkgesteuerte Brunnenobjekte in der Wüste zu planen; er war mit seinem praktischen
Wissen und der riesigen Erfahrung im Mobilfunkbereich, bald ein kompetenter
Gesprächspartner für alle Beteiligten ! All dies geschah in den 70 er Jahren ...
Den Amateurfunk hatte Fred aber nie zur Seite gelegt, und so kam ihm eine
Stellenanzeige einer großen Elektrohandlung, die in Saarbrücken ein neues Geschäft
eröffnen wollte, und für den Fachbereich Funk einen Abteilungsleiter suchte, genau richtig.
Er bewarb sich und wurde sofort eingestellt! Zuerst baute er die CB Funk Abteilung und
dann die Amateurfunkabteilung auf; sie wurde zum umsatzstärksten Element in dem
Gebäude. Leider konnte der damalige Geschäftsinhaber seine hochfliegenden Pläne nicht
mehr finanzieren und verstrickte sich in unendliche Prozesse; das Ende des Geschäfts
war abzusehen, und Fred verließ das sinkende Schiff..
Nach mehreren Zwischenstationen erhielt er einen Vertrag bei der Fa. Marquardt in
Heusweiler; diese wollte in Fred's Heimatort expandieren, und hatte dort die ehemaligen
Gebäude der Fa. Rolladen Weber gekauft.
Diese waren in einem schlechten Zustand und mussten renoviert werden; unter anderen
war die ELA Anlage, also die Anlage um gebäudeweite Durchsagen zu machen, in einem
sehr mitgenommenen Zustand. Fred erkannte die Fehler schnell, konstruierte ein neues
Mikrofon, und schon funktionierte die gesamte Anlage wieder. Während dieser Arbeiten




Fred Lauff
Nadine Beuriot - Schaller